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PlayStation 4

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29.11.2013
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Warum wir das Glücksspiel nicht verstehen können

06.06.2019

Von klein auf werden Menschen nach dem dritten Gesetz von Sir Isaac Newton erzogen. Was sagt dieses Gesetz noch gleich aus? Auf eine Aktion folgt immer eine Reaktion. Unabhängig von Umständen, Situation und Eigenschaften der Akteure erfolgt eine adäquate Reaktion.

So wurden wir alle erzogen. Wenn wir gehorsam waren, wurden wir in der Regel belohnt. Gute Noten in der Schule bringen uns Erfolg und wenn wir jemanden mit dem Auto rasen sehen, finden wir einen baldigen Unfall wahrscheinlich. Auf alles folgt etwas, welches mit dem anfänglichen Ereignis zu tun hat. Kausalität nennt man dieses Prinzip. Damit wächst jeder Mensch auf und damit rechnet er in jeder erdenklichen Situation.

Kausalität beim Glücksspiel

Für uns ist die Tatsache der Wahrscheinlichkeit fast unmöglich. Deswegen fällt es vielen auch so schwer, dieses Thema in der Schule zu behandeln. Mit Wahrscheinlichkeiten zu rechnen, Ereignissen ihre Wahrscheinlichkeit zuzuweisen – das ist fast zu viel für unseren Verstand. Denn die Tatsache, dass alles von Anfang an Zufall gewesen sein könnte, die macht uns Angst. Das würde bedeuten, dass unsere Welt auf Chaos basiert und nichts einen Sinn oder eine Bestimmung hätte.

Deswegen wollen Spieler auch beim Glücksspiel gerne glauben, dass dieses eine Kausalität besitzt. Zu einem gewissen Grad ist dies auch so, aber eben nur bis zu diesem Grad.

Typisches Verhalten von Spielern

Nehmen wir einen Online Slot als Beispiel. Wenn man einen Automaten zum ersten Mal spielt und die ersten 10 Spins nur Nieten ergeben, neigen viele Spieler zum Wechseln. Sie wählen einen anderen Spielautomaten und erwarten, dass dieser vielleicht mehr “Glück” in sich hat.

Dabei hätte der elfte Spin am ersten Slot vielleicht für den Jackpot sorgen können und alles auf den Kopf gestellt. Doch diese Tatsache blenden wir einfach aus. Der Spieler erwartet eine Kausalität hinter allen Handlungen und sogar hinter einem durch den Zufall bestimmten Automaten.

Welche Garantien gibt es beim Glücksspiel?

Selbst die besten Online Casinos, wie man sie als Empfehlung auf onlinecasinopolis.de findet, können nur begrenzt Versprechungen machen. Eigentlich gibt es nur eine Garantie, welche ein Automat erfüllen kann. Das ist die Auszahlungsquote. Natürlich gibt es Schwankungen, aber auf lange Sicht erfüllt der Slot diesen Wert.

Deswegen sollte man seinen Slot nicht sofort wechseln, gerade nicht bei einer guten Auszahlungsquote. Stattdessen ist es schlauer, seine Einsätze zu reduzieren. Der Grund dafür ist einfach:

  • Je mehr Versuche man unternimmt, desto eher erreicht man den Erwartungswert. Wenn man nur 6 Mal würfelt, erhält man nur sehr unwahrscheinlich jede Zahl genau 1 Mal.
  • Stattdessen müssen wir “unendlich oft” würfeln, damit die Wahrscheinlichkeit 1:6 erreicht wird.

In anderen Casino-Spielen gibt es Wahrscheinlichkeiten, beispielsweise beim Roulette. So taucht hier sowohl Schwarz als auch Rot theoretisch gleichermaßen häufig auf. Man kann diesen Wahrscheinlichkeiten folgen und sich dadurch sagen lassen: Es ist eigentlich völlig egal, auf was wir setzen, das Ergebnis ist sowieso zufällig.

Woher unser Glaube an die Kausalität kommt

Wir Menschen sind nicht die einzigen Wesen, die an einen Zusammenhang zwischen Tun und Ergehen glauben. Auch Tiere tun dies. Wenn eine Katze uns einen toten Vogel bringt, erwartet sie Lob, Zuneigung oder Futter. Erst wenn wir ihr beibringen, dass dies falsch ist, kann sie damit aufhören.

Bei dem Menschen ist diese Fähigkeit besonders ausgeprägt. Durch Empathie, Kommunikation, die Bedeutung der individuellen Persönlichkeit und die vielfältigen Möglichkeiten unseres Lebens ist diese Richtlinie für uns sehr bedeutend. Diskussionen um Gerechtigkeit sind oft unangenehm und frustrierend, stattdessen möchte man das Prinzip des Karmas am liebsten überall sehen.

Die Insula – eine Bereicherung oder eine Beeinträchtigung?

Dabei ist es ein Teil des Gehirns, der dieses Verhalten auslöst. Dieser wird Insula oder auch der Inselcortex genannt. Studien haben ergeben, dass durch diesen Apparat sehr wahrscheinlich die Entwicklung des Glaubens an Kausalität zusammenhängt. Gleichzeitig werden Dinge wie Blutdruck und Herzschlag oder Geschmack hier verarbeitet.

Diese Entdeckung ist unglaublich:

  • Sie lässt vermuten, dass unser Körper uns eine gewisse Art der Bestimmung vorgibt.
  • Denn indem wir durch unsere Instinkte und das Verhalten unseres Körpers lernen, dass dieser auf Krankheiten, Ernährung und Sport reagiert, suggerieren wir daraus eine generelle Kausalität für unser ganzes Leben.

Zentrales Experiment der Studie waren Patienten, welche Schäden in diesem Bereich des Hirns erlitten hatten. Sie waren “immun” gegen Aberglauben und Fehlschlüsse. Stattdessen trafen sie rationale und unabhängige Entscheidungen.

Ist dies nun ein Vorteil oder ein Nachteil für den gesunden Menschen? Vielleicht mag man meinen, dass rationale Entscheidungen gesünder sind und für mehr Erfolg sorgen können. Indem man Irrtümer vermeidet, lebt man ehrlich und wird seltener enttäuscht.

Andererseits ist die Eigenschaft des Glaubens von zentraler Bedeutung für den Menschen. Nicht zuletzt ist das Verlangen nach einer Ordnung und einem System ebenfalls ein Aspekt, der die Anwesenheit des Glaubens an Kausalität zu einer Bereicherung der menschlichen Existenz macht.


| Chris

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