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Call of Duty: Ghosts

Release:
29.11.2013
Genre:
Publisher:

PS4 TEST: Call of Duty Ghosts – Das Beben aus dem All

03.12.2013

Call of Duty Ghosts Banner

Schon wieder ein Jahr vorbei? Ja offensichtlich, denn mit Call of Duty: Ghosts kommt der nächste Teil der Serie, die ihre Kritiker und Freunde hat. Eigentlich sollte laut Entwickler Infinity Ward ein Modern Warfare 4 entwickelt werden, doch hat man schnell festgestellt, dass Ghosts nicht in die Reihe passt – Call of Duty: Ghosts war geboren.

Die Welt ist im Umschwung. In Südamerika hat sich eine neue Macht gebildet, die Föderation. Diese bringt durch einen schnellen, aber perfekt geplanten Angriff den Verteidigungssatelliten Odin in seine Gewalt. Sofort beginnt Odin auf Nordamerika zu feuern und selbst der eingeleitete Absturz kann das Ruder nicht mehr herumreißen. Die einschlagenden Projektile töten Millionen von Menschen und stürzen die USA in eine Endzeitstimmung, wie wir sie eigentlich eher in The Last of Us erwartet hätten. Als Spieler bekommt man das ganze direkt aus der Opferperspektive mit. Ihr sitzt gerade im Wald mit eurem Vater und Bruder als die ersten Projektile einschlagen und bekommt gerade die Geschichte der mysteriösen Supersoldaten „Ghosts“ erzählt. Die ganze Geschichte verselbstständigt sich und ihr findet euch schnell in einem Krieg wieder, den ihr nicht gewinnen könnt…

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up Das hat uns gefallen:

Bombastische Grafik – lebendige Umgebung

Optisch ist Call of Duty: Ghosts ein absoluter Hammertitel. Die Physikeffekte, Explosionen und Partikeleffekte sind genauso sehenswert, wie die vielen Panorama-Ansichten. Aber selbst die Unterwasserszenen sind extrem lebendig gestaltet. Ihr trefft unter Wasser nicht nur auf perfekte Lichtstrahlen und schillernde Spiegelungen, sondern auch auf viele Fische, die sich realistisch bewegen, und als Highlight auf Haie, die ihr besser nicht sauer machen solltet. Auch die Außenbereiche strotzen nur so von Details, egal ob es sich um hohe Gräser, aufgeschreckte Vögel oder bröckelnde Ruinen handelt. Call of Duty: Ghosts bietet in nahezu jedem Level Details, die man einfach nicht mehr missen möchte.

Abwechslungsreicher Singleplayer

Der Singleplayer ist mit einer kompakten und intensiven Story aufgebaut worden. Von Anfang an wird hier Vollgas gegeben. Hineingeworfen in einen Krieg, den ihr nicht gewinnen könnt, schließt ihr euch den Ghosts an. Plötzlich ergeben sich neue Wege für euch und führen euch durch die verschiedensten Kampfgebiete. Von den verschneiten Bergen bis hin an den malerischen Strand, verwinkelte Straßen und selbst eine schlagartige überflutete Stadt finden hier ihren Einsatz. Das Spiel führt euch einmal Quer durch die komplette USA und fordert immer neue Fähigkeiten von euch. Auch wenn die Story sehr kompakt ist, ist sie doch extrem abwechslungsreich. Eines der absoluten Highlights ist, dass ihr zwischendurch auch mit eurem Hund Riley unterwegs seid und selbst mit diesem eure Feinde zur Strecke bringen könnt.

Einsteigerfreundlicher Multiplayer

Der Multiplayer enthält natürlich neben den klassischen Modi wie Deathmatch, Herrschaft und Capture the Flag, auch eine Neuerung – den Trupps Modus. Dieser macht es gerade für Einsteiger besonders einfach in den Online Multiplayer von Call of Duty: Ghosts einzusteigen. Hierbei stellt ihr einen eigenen Kampftrupp auf, um gegen eure Gegner vorzugehen. Es liegt an euch wie dieser Sturmtrupp aussieht, welche Aufnäher er trägt und welche Bewaffnung oder welches Geschlecht eure Kämpfer & Kämpferinnen haben sollen. Ihr spielt hier online gegen einen einzelnen Gegenspieler und seinen Trupp. Die Truppmitglieder werden von der K.I. gesteuert, nur ein einzelner menschlicher Mitspieler steht euch in der Quere. Dabei verhält sich die K.I. schon ziemlich realistisch. Es gibt durchaus auch K.I. Camper und K.I. Spieler, die alle Gegebenheiten der Karte ausnutzen, eben genauso wie ein echter Spieler. Der Vorteil ist hier aber auf jeden Fall, dass ihr schon in diesem Modus EXP und Trupp Punkte sammelt, um eure Charaktere ausrüsten zu können, Waffen zu kaufen und die Abschussserienbelohnungen freizuschalten. Die K.I. Spieler sind in diesem Modus allerdings als „Durchschnittsspieler“ angelegt. Man hat als Einsteiger hier nicht das Problem, das man keinen Fuß auf den Boden bekommt. So kann man wesentlich besser ins Spiel einsteigen und hat nicht von vornherein den Ausrüstungsnachteil.

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Rasantes Gameplay

Der Singleplayer besticht vor allem durch ein rasantes Gameplay. Langweilig wird es so schnell nicht. Die Story lässt aber auch von Anfang an keine Ruhe zu. Ihr findet euch in einem plötzlichen Krieg wieder, den keiner vorhersehen konnte. Aus diesem Grund war es nicht möglich sich darauf vorzubereiten. So kämpft ihr euch durch die verschiedenen Szenarien, die vor allem von Gegnern strotzen. Weitläufige Level, die zwar zielgerichtet sind, aber immer Wege nach links und rechts zulassen, ermöglichen euch eine Menge verschiedene Vorgehensweisen. Das erfordert natürlich immer wieder neue Entscheidungen von euch, für die ihr relativ wenig Zeit habt. Angreifen oder vorbeiziehen lassen? Verstecken oder Frontalangriff? Sniper oder Sturmgewehr? All diese Fragen habt ihr immer wieder zu beantworten.

Die verschiedenen Lösungswege laufen natürlich immer auf das gleiche heraus: Ihr müsst eure Feinde fertig machen! Die Spielgeschwindigkeit sowie die gesamte Spannungskurve wird sehr hoch gehalten. Dank der Story des Oscar-prämierten Autors Stephen Gaghan haben wir eine mitreißende Geschichte, die zwar an einigen Stellen ein wenig löchrig ist, und nicht ganz stimmig, aber dennoch begeistern kann. An einigen Stellen ist die Geschichte ein wenig klischeebehaftet und allzu patriotisch. Wer sich daran nicht stört, wird damit belohnt in eine dichte Militärgeschichte mitgenommen zu werden.

Abwechslungsreiche Level

Gerade der Singleplayer begeistert durch eine Vielzahl an Schauplätzen. Ihr beginnt in einer Kleinstadt, kämpft euch durch enge Häuserschluchten und weitläufige Stadtgebiete. Genauso gehört das Panzerfahren und Hubschrauberfliegen zu euren Aufgaben. Von Strandszenarien, die arg an die Landung in der Normandie erinnern, geht es mit der Unterstützung von Warthog Drohnen sogar auf hohe See. Hier schaltet ihr als Kampftaucher Schiffe aus, umgeht Haie und stürmt letztlich eine Bohrplattform. Natürlich dürft ihr euch auch in verschneiten Bergen heiße Feuergefechte liefern. Call of Duty: Ghosts bietet uns so viele Schauplätze, die eigentlich keinen Wunsch mehr übrig lassen.

Absolute Highlights sind sicherlich eine Zugstürmung, das Tiefseetauchen und der Häuserkampf in einer Stadt, die plötzlich von einem brechenden Damm überflutet wird. Call of Duty: Ghosts lässt keine Möglichkeit aus, um Abwechslung zu bieten und das in bester Optik!

Plattformübergreifender Speicherstand

Wer Call of Duty: Ghosts bereits für die PS3 erworben und gespielt hat, wird sich sicherlich scheuen die PS4 Version auch noch zu kaufen. Das sollte aber kein Hindernis darstellen. Zum einen liegt der PS3-Version ein Code bei mit dem ihr die PS4-Version für gerade einmal 10 Euro kaufen könnt (Digital Download), zum anderen wird zumindest der Speicherstand aus dem Multiplayer-Modus und somit euer gesamter Trupp anstandslos übernommen. Solange ihr auf beiden Konsolen die gleiche SEN-ID nutzt (früher PSN-ID) braucht ihr garnichts weiter zu machen. Euer Multiplayer Spielstand ist sofort wieder in Call of Duty: Ghosts für PS4 verfügbar. Natürlich könnt ihr die PS3 trotzdem weiterzocken. Da die Speicherstände auf den Servern von Activision abgelegt sind, ist es kein Problem hin und her zu wechseln. Nur der Singleplayer Spielstand kann nicht übernommen werden, aber das ist auch das kleinere Problem.

Call-Of-Duty-Ghosts Screenshot 01

down Das hat uns nicht gefallen:

Viel zu kurzer Singleplayer

Leider müssen wir an dieser Stelle noch einmal den Singleplayer erwähnen. Die Story ist super und mitreißend, allerdings gibt es viele Spieler, die nicht nur auf den Multiplayer wert legen, bei dem hier der klare Fokus lag, sondern ausschließlich den Singleplayermodus benutzen möchten. Die Story kann durchaus motivieren weiterzuspielen, ist allerdings bei einem durchschnittlichen Spieler, je nach Schwierigkeitsgrad, mit 4-5 Stunden vollführt. Da hätte man auf jeden Fall deutlich mehr bringen müssen. Es ist schon ein Unding, dass ein Spiel am gleichen Tag durchgespielt werden kann – und hier meinen wir kein Hardcore-Zocken bis zum Umfallen.

Story nicht nachvollziehbar

Wir hatten es bereits erwähnt – die Story ist sehr klischeebehaftet und eigentlich sehr patriotisch. Leider gibt es immer wieder kleine Schwächen, an denen einzelne Punkte nicht nachvollziehbar sind. Direkte Widersprüche gibt es nicht, aber viele Stellen lassen fragen offen. So wird eines unserer Truppmitglieder in einer Szene entführt, was keinen wirklichen Sinn macht, da die Motivation unseres Gegenspielers eigentlich keine Entführung, sondern höchstens einen Mord zulassen würde. Genauso sinnlos wird es bei der Rettungsaktion, bei der wir unseren Freund auf dem Präsentierteller wiederfinden, ohne dabei in eine offensichtliche Falle zu tappen.

Auch die Motivation unseres neuen Erzfeindes ist nicht wirklich nachvollziehbar. Wegen einer Aktion, die sich nicht einmal gegen ihn gerichtet hat, stürzt er sich kopfüber in die Vernichtung seines Heimatlandes, tötet Freunde und Familie und nimmt in Kauf dabei selbst zu sterben. Das ist weder logisch, noch menschlich oder nachvollziehbar. Außerdem hat unser Gegenspieler ein interessantes Überlebenstalent, welches ihm in vielen Situationen, die niemand, nicht einmal ein Supersoldat, jemals hätte überleben können. Zusätzlich ist er uns immer einen Schritt voraus. Um aber bei all den spontanen Anschlägen und Aktionen auf sein Leben immer im Voraus zu bleiben, müsste er schon Spione in unserem eigenen Lager haben, hat er aber nicht.

Call-Of-Duty-Ghosts Screenshot 02

Kaum Innovationen

Call of Duty: Ghosts ist ein Spiel auf das vor allem die Fans der Serie lange gewartet haben. Natürlich waren die Ansprüche an eine neue Reihe, neben Modern Warfare und Black Ops, schon recht hoch. Aus diesem Grund ist es umso verwunderlicher, dass es nicht wirklich viel neues gibt. Die Waffenauswahl ist nahezu identisch zu Black Ops II und bietet kaum Unterschiede. Wir haben kurz einmal die Möglichkeit mit unserem Kampfhund unterwegs zu sein, das wiederholt sich allerdings nicht wirklich und stellt eine verspielte Chance dar. Die Flugeinlagen mit dem Hubschrauber sind stumpf und fühlen sich an wie ein Arcade Shooter, hier hätten wir uns ein bisschen mehr Realismus erwartet. Insgesamt spielt sich Call of Duty: Ghosts nicht anders als die Vorgänger.

Sicherlich kann uns das Spiel mit einigen Details begeistern, die Warthog Drohnen sind zum Beispiel neu, ebenfalls die Kontrolle über einen Verteidigungssatelliten, aber das sind alles nur minimale Randerscheinungen. Ebenso das Erobern der Satelliten hätte man ausweiten können. So bietet Call of Duty: Ghosts zwar einiges an Ansätzen, die durchaus Potential haben, spielt diese Trümpfe aber nicht wirklich aus!

Fehlende „Kompaktkarten“ im Multiplayer

Gerade der Multiplayer ist die Paradedisziplin von Call of Duty. Hier kann man eigentlich nicht mehr viel verbessern, da er bereits in den Vorgängerteilen fast perfekt gewesen ist. Allerdings bekommen wir mit Call of Duty Ghosts neue Karten und davon gleich ein ganzes Bündel. Leider fehlen in diesem Kartenbündel klassische Karten wie zum Beispiel „Nuketown“, oder „die Yacht“. Diese kleinen, und vor allem schnellen Karten sind für erfahrene Spieler interessant, die im Hardcore Modus schnell aufleveln möchten. Das wird durch die weitläufigen Karten ein wenig ausgebremst, sehr zum Ärger vieler Spieler.

unpassender „Zombiemodus“ mit Aliens

Der klassische Zombiemodus, den wir in den Black Ops Teilen so geliebt haben, ist leider nicht mehr enthalten. Zugegeben, es gibt ihn schon, aber nicht mehr mit Zombies, an die wir uns ja mittlerweile gewöhnt haben, sondern mit Aliens. Anhand der Weltraumszenen gleich einen Alienangriff einzuplanen, halten wir jedoch für relativ weit her geholt und unpassnd. Der Extinction Modus liefert zwar noch einmal eine eigene Story, ist aber alleine kaum zu schaffen. Ein hektisches Gameplay mit sehr unübersichtlichen Karten und gut getarnten Aliens sorgt hier schnell für Verwirrung. Dafür könnt ihr mit Propangasflaschen werfen und diese in die Luft jagen, zusätzlich noch die Umgebung zur Verteidigung nutzen, indem ihr zum Beispiel Zäune unter Strom stellt. Im Grunde genommen ist es nicht schlecht, will aber eigentlich so gar nicht zu Call of Duty: Ghosts passen. Für ein eigenständiges Spiel wäre der Extinction Mode sicherlich eine super Sache gewesen, in Kombination mit einen ansonsten so dermaßen realitätsnahen Spiel hingegen kommt ein Alien-Modus schon irgendwie seltsam.

Fazit & Bewertung zu Call of Duty: Ghosts

Call of Duty: Ghosts bietet eine sehr intensive Story, die mitreißen kann. Dennoch ist der Singleplayermodus viel zu kurz ausgelegt. Die großen Stärken wie die Unterwasser- und Weltraumszenen und dynamischen Umgebungen, wie beim Überschwemmen einer ganzen Stadt, werden leider nur sehr mäßig ausgespielt. Während wir gerade noch hoffen, dass gleich noch etwas kommt, ist der Einzelspieler auch schon wieder vorbei. Die Langzeitmotivation für Singleplayerspieler leidet hier stark und der Wiederspielwert, wenn man die Geschichte einmal kennt, ist gleich Null. Der Multiplayer hingegen ist ein Paradebeispiel für gutes Gameplay. Dank des neuen Trupps-Modus ist für eine einfache Zugänglichkeit gesorgt. Man kann gegen K.I. Spieler spielen und sich trotzdem verbessern. Für erfahrenere Spieler wird mit dem Trupps Modus allerdings ebenfalls etwas geboten. Diese können sich so ihren eigenen Trupp zusammenstellen und bekommen noch mehr Möglichkeiten das Spiel zu individualisieren. Eigene Charaktere, Waffen, Embleme, Abschussserienbelohnungen und vieles mehr. Mit dem eigenen Trupp macht es wesentlich mehr Sinn in den Kampf zu ziehen, da man diesen besser abstimmen kann. Eine passende K.I. im Spiel sorgt für zusätzliche Begeisterung, wenn diese auch manchmal im Singleplayermodus etwas unrealistisch erscheint. Im großen und ganzen haben wir einen überzeugenden Multiplayer-Shooter, der mit einem guten Singleplayermodus als Dreingabe begeistern kann.

Bewertungen
Einzelspieler:
7,5
Gameplay:
8,0
Grafik:
8.5
Sound:
8.5
Multiplayer:
9,0
Gesamtwertung: 8,3
+
- bombastische Grafik
- abwechslungsreicher Singleplayer
- einsteigerfreundlicher Multiplayer
- rasantes Gameplay
- abwechslungsreiche Level
- Plattformübergreifender Speicherstand
-
- Viel zu kurzer Singleplayer
- Story nicht nachvollziehbar
- kaum Innovationen
- fehlende "Kompaktkarten" im Multiplayer
- unpassender Zombiemodus mit Aliens
Call of Duty: Ghosts
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Publisher:
Entwickler:
Release:
29.11.2013
Genre:
USK-Einstufung:
USK-Einstufung

| Chris

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