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Contrast

Release:
29.11.2013
Genre:
Publisher:

PS4 TEST: Contrast – Schattenspiele auf der Playstation 4

27.01.2014

Contrast Banner

Artistin Dawn ist tot, verflucht… vielleicht ein Geist? Wir wissen es nicht so genau und könnten es euch auch nicht erzählen ohne gleich die ganze Story zu spoilern. Contrast, aus dem Hause Compulsion Games, ist einer der PSN Titel, die seit dem Launch der PS4 zur Verfügung stehen. Contrast ist dabei im Playstation Plus Abo vorhanden, kann alternativ aber auch für €14,99,- jederzeit gekauft werden. Alleine der Preis rechtfertigt schon, dass wir uns das Spiel einmal genauer anschauen. Unser großer Contrast Test soll dabei klären, ob es sich lohnt sich das Spiel zu kaufen.

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ihr eure Karriere als Artistin niedergelegt habt. Aber so wirkliche erinnert ihr euch auch nicht mehr daran. Dawn (Dämmerung), das ist euer Name. Ihr seid mit Didi befreundet, einem kleinen Mädchen mit einer zerrütteten Vergangenheit und Gegenwart. Die Familie von Didi besteht eigentlich nur aus ihrer Mutter. Ihr Vater ist fort. Auch Dawn zählt die kleine zu ihrer Familie. Ob ihr nun eine imaginäre Freundin seid oder ein Geist, ja vielleicht sogar Didis Geist aus der Zukunft. Wer weiß das schon genau? Taucht ein in eine Welt aus Licht und Schatten. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es erwartet euch eine surreale Welt voller Rätsel und Geschichten. Lasst euch entführen in eine wunderbare Welt.

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up Das hat uns gefallen:

Interessantes mehrdimensionales Gameplay

Das große Highlight von Contrast ist ganz klar das Gameplay. Ihr erfahrt erst einmal nicht was hier gespielt wird und wer ihr wirklich seid. Aber ihr merkt schnell, dass ihr keine „normale“ Freundin seid. Ihr habt die Möglichkeit euch ähnlich wie ein Geist zu bewegen. Ihr könnt neben eurer normalen Gestalt auch in die Schatten eintreten. Ihr seid dann nur noch ein Schatten und könnt die Schatten anderer Personen oder Gegenständen als eure Spielwelt benutzen. Das eröffnet euch ganz neue Wege. Mit einer Lampe könnt ihr euren Weg teilweise sogar beeinflussen und selbst entscheiden, ob ihr euch in der drei-dimensionalen Spielwelt bewegen wollt oder lieber in die 2D Welt aus Schatten eintreten wollt. Das ist auch bitter nötig, denn immer wieder seid ihr gezwungen zum Beispiel einen Vorsprung zu erreichen, der zu hoch zum springen ist. Dann bietet es sich einfach an in die Schatten einzutreten und die Schatten von einer Kiste zu nutzen, die ihr mit einem Scheinwerfer anleuchten könnt. So wird euch ein neuer Weg geebnet.

Es ist schon interessant das Gameplay komplett aktiv mitgestalten zu können. Hektik kommt hier keine auf. Das Spiel ist hauptsächlich storylastig und neben einigen Rätseln gibt es keinerlei wirklich schwere Aufgaben zu lösen. Insgesamt spielt sich Contrast wie ein 3D Action Adventure, in der Art wie ein sehr früher Tomb Raider Teil. Zwar könnt ihr aktiv in die Spielwelt eingreifen, seid aber im großen und ganzen an eine vorgegebene Strecke gebunden.

Das Leveldesign ist ebenfalls recht schlauchartig, obwohl ihr euch noch ein bisschen links und rechts bewegen könnt, um kleine Geheimnisse zu entdecken. Ihr arbeitet im gesamten Spiel eigentlich nur mit Licht und Schatten. Nutzt ihr das Licht und die Schatten richtig und tretet im richtigen Moment in die Schatten ein, sowie wieder hinaus, könnt ihr durchaus weiterkommen. Die Levelbegrenzungen sind stilistisch als abfallende Umgebungen gestaltet. Hier bricht dann eine ins Nichts fallende, geschmolzene Umgebung als Metapher für das zerrüttete Familienverhältnis der kleinen Didi über euch hinein.

Schön erzählte Geschichte

Ein weiteres Highlight von Contrast ist ganz klar die Geschichte. Hier bekommt ihr eine Story von einer zerrütteten Familie erzählt. Alles spielt vor etwa 100 Jahren, in einer Zeit des Aufbruchs, in der die ganze Welt sich verbessern will. Alles wird neu erfunden und so sieht man auch die Geschichte des Spieles immer wieder gespickt mit kleinen Seitenhieben auf diese Zeit. Im Stil dieser Zeit ist auch die Geschichte erzählt. Dort wo Filme noch als Luxus zählten, gibt es Schattenspiele in Hülle und Fülle zu entdecken, denn bis auf eure Spielfigur Dawn und die kleine Didi, gibt es keine animierten Charaktere im Spiel, zumindest nicht in 3D sondern lediglich als Schatten. Ihr erlebt die Welt in Form von Schatten. Die Gespräche und die meisten Szenen verlieren so einen Teil ihrer Kraft, gewinnen aber auch ein ganzes Stück an erzählerischer Kraft hinzu. Die Idee ein Spiel als Schattenspiel zu gestalten, dabei aber nicht auf die klassischen Schattenspiele zurückzugreifen, sondern auf eine interaktive Welt aus Licht und Schatten ist schon eine tolle Sache.

Immer wieder erlebt ihr nicht nur die Geschichte, sondern vor allem auch die emotionalen Reaktionen der kleinen Didi, die ein wenig eurer Führerin in dieser Geschichte zu sein scheint. Immer wieder stoßt ihr auf die reale Welt, die aber hier wie ein Traum wirkt, da sie in den Schatten verschwimmt. Ihr erlebt die Geschichte also ein wenig als Außenstehende, als würdet ihr nicht dort hin gehören. Ihr fühlt euch die ganze Zeit eher wie eine Beobachterin oder ein Geist und nicht wie ein aktiver Teil dieser Geschichte, obwohl ihr sie permanent verändert und beeinflusst.

Tolle Präsentation & super Stimmung

Die gesamte Stimmung des Spieles lebt von Licht und Schatten. Wir bekommen tolle Effekte präsentiert. Immer wieder gibt es kleinste Details, die unser vorankommen beeinflussen und wir werden vielfach dazu gebracht einmal anders zu denken. Auch wenn Contrast spielerisch teilweise ein wenig an Tomb Raider erinnert, so finden wir uns in den Schatten in einer komplett anderen Welt wieder. Von der optischen Umgebung her finden wir uns gut zurecht. Die gesamte Gestaltung, die Optik des Spieles, passt sehr gut zur angepeilten Zeit. Das wird nicht nur durch Details oder das Leveldesign deutlich klar gemacht, sondern vor allem durch die gesamte Spielwelt, die von Leuchtwerbungen nur so strotzt. Das ist natürlich nicht nur stilistisches Mittel der angepeilten Zeitperiode der Handlung, sondern auch notwendig, um das eigentliche Spielprinzip aufrecht zu erhalten.

Die gesamte Stimmung passt einfach und wir fühlen uns an jeder Stelle absolut wohl. Das ganze Spiel wirkt wie ein typischer 20´er Jahre Film und das ist auch so gewollt. Das Spiel lehnt sich von der Stimmung her stark an den Film Noir an, den vielen von uns wahrscheinlich nicht mehr kennen dürften. Natürlich ist das alles schon eine Weile her. Aber Spiele wie L.A. Noire haben diese Stimmung schon öfter eingefangen und konnten uns in der Vergangenheit schon auf der alten Konsolengeneration begeistern.

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down Das hat uns nicht gefallen:

Hackelige Steuerung

Contrast steuert sich eigentlich ganz klassisch und erklärt sich nahezu von alleine. Für die paar Features, die ihr erlernen müsst, gibt es immer ein kleines Tutorial ab dem Moment, ab dem ihr die Fähigkeiten benutzen könnt. Dennoch ist im gesamten Spiel die Steuerung ein wenig hakelig ausgefallen. Man erreicht nicht immer die Ecken, die man erreichen möchte und auch das Herumtanzen in den Schatten, ist nicht immer so einfach. Die etwas schlechte Umsetzung der Eingaben, zu stark verwinkelte Levels und schlechte Blickwinkel für einige Szenen, tun ihren eigenen Teil dazu. Hier merkt man das ein eigentlich gutes Prinzip nicht wirklich so toll umgesetzt worden ist.

Teilweise zu schwere Puzzle

Contrast ist Kein Actionspiel. Wir lösen eigentlich die ganze Zeit Puzzles, um in der Geschichte weiterzukommen. Immer wieder nutzen wir die Schatten zu unserem Vorteil und treten in eine Welt ein, die immer wieder eine andere Dimension annimmt. Das Problem an der Sache ist, dass es viele Rätsel gibt, in denen wir einfach zu wenige Hinweise bekommen. Während wir in einer Anfangsszene noch fast erklärt bekommen, was wir zu tun haben, finden wir uns keine 10 Minuten später an einer Stelle in einem Hotel wieder, an der wir fast eine komplette Stunde herumrätseln, wie wir weitermachen könnten. Es gibt zwar winzige Schnipsel, die uns Hinweise geben, aber hilfreichere Tipps gibt es keine. So kommt es immer wieder vor, dass wir stecken bleiben und sehr lange Zeit nicht wissen, was wir tun sollen. Das sorgt immer wieder für Frust.

Sehr kurze Spielzeit

Will man die ganze Geschichte erfahren und spielt sich recht gekonnt durch die Story ist man in nicht einmal 3 Stunden schon mit dem Spiel fertig. Das ist natürlich einerseits schön, das es keine Wochen dauert, bis man die Geschichte komplett kennt. Andererseits ist es auch ein bisschen wenig. Denkt man daran, dass dieses Spiel auch PS-Plus Mitglieder begeistern soll, fühlt man sich schon zu recht ein wenig an der Nase herumgeführt. Da Sony für Driveclub noch eine Weile benötigt, ist Contrast neben Resogun eines der wenigen bisher verfügbaren Spiele. Contrast selbst hinterlässt aufgrund der schwerwiegenden Motivationskurve und der extrem kurzen Spielzeit keinen wirklich guten Eindruck.

Grafikprobleme & miese Optik

Wir haben ja bereits erwähnt, dass es immer wieder ein Ruckeln auf der Playstation 4 gibt. Das ist ein Punkt, den wir absolut nicht verstehen können, denn optisch ist Contrast kein Highlight. Wir finden uns hier fern ab von jedweder Next-Gen Grafik und selbst auf schlechteren PC-Systemen läuft Contrast eigentlich angeblich ruckelfrei. Da fragt man sich zurecht wo diese Unzulänglichkeiten herkommen. Eine ruckelnde Grafik aus der letzten Konsolengeneration ist nicht mehr zeitgemäß.

Zwar ist die Umgebung von Contrast stimmig und kann uns in die 20´er Jahre Stimmung versetzen, doch optisch bietet sie uns keinerlei Highlights. Die fehlende Animation von Charakteren, teilweise stark aufgesetzt wirkende Schattenspiele. Schade, dass uns ein Spiel mit gutem Potential ansonsten so enttäuschen muss. Die immer wieder ruckelnde Grafik macht uns ganz schön zu schaffen.

Fazit & Bewertung zu Contrast

Contrast ist eigentlich ein Werk mit großem Potential. Die Geschichte ist schön erzählt und entführt uns in eine ferne Welt. Dennoch ist die Vergangenheit nicht so schön, wie sie hätte sein können. Ruckelnde Grafik, ein auf Dauer ermüdendes Gameplay und immer wieder Rätsel, die zu schwer zu knacken sind, frustrieren den Spieler. Eine 20´er Jahre Stimmung ist eigentlich nicht schlecht und trotz einer sehr stimmigen Umgebung und toller Kulisse ist Contrast ein Spiel, das eher in die letzte Konsolengeneration gehört hätte. Optisch kein Highlight, spielerisch eher schwach Dank hakeliger Steuerung, erzählerisch gut aber langweilig durch die teilweise zu schweren Rätsel, stellt sich uns die Frage ob wir da zum Launch der PS4 nicht mehr hätten erwarten dürfen. Contrast stellt so jedenfalls kein perfektes Bild eines Next-Gen Titels dar. Ob ihr euch die 15 Euro für dieses Spiel wirklich gönnen wollt, ist eine Frage des persönliche Geschmacks. Eine ausdrückliche Empfehlung geben wir nicht ab.

Bewertungen
Einzelspieler:
7,5
Gameplay:
7,0
Grafik:
6,5
Sound:
8,0
Multiplayer:
-
Gesamtwertung: 7,3
+
- interessantes mehrdimensionales Gameplay
- schön erzählte Geschichte
- tolle Präsentation
- super Stimmung
-
- hackelige Steuerung
- teilweise zu schwere Puzzle
- sehr kurze Spielzeit
- Grafikprobleme & miese Optik
Contrast
Amazon
Entwickler:
Release:
29.11.2013
USK-Einstufung:
USK-Einstufung

| Chris

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