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Destiny

Release:
09.09.2014
Genre:
Publisher:

PS4 Test: Destiny – Hut ab oder Hüter drauf?

25.09.2014

Destiny Banner

Destiny war nicht nur die am meisten vorbestellte neue Spielemarke sondern in den letzten Wochen auch ein am meisten diskutiertes Spiel. Es ging um falsche Versprechungen, Bugs und Verbindungsprobleme bei den Onlineservern. Dann meldet sich eine Hackergruppe zu Wort, die sich angeblich in die Destinyserver gehackt haben will und nur aus Spaß alles lahmlegt. Destiny hatte wirklich keinen einfachen Start in die Welt der Spiele. Ob der Hype, den Halo Entwickler Bungie und Publisher Activision um das Spiel gemacht haben, wirklich etwas von dem gehalten hat und ob Destiny es trotzdem wert ist gespielt zu werden, haben wir uns natürlich für euch angeschaut.

In einer Welt, die von Technologie und Forschung geprägt ist, in unserer Welt, gibt es viele Errungenschaften aber erst die Ankunft einer riesigen Entität, des Reisenden, ermöglicht es uns die Grenzen unseres eigenen Sonnensystems zu überwinden. Er ist groß wie ein Mond und schwebt über der Erde, doch unser Äonenalter Gönner hat einen Feind. Eine Dunkelheit, die ihn seit eben genau diesen Äonen seiner Existenz versucht zu zerstören. Eines Tages vor vielen Jahrzehnten war es soweit, die Dunkelheit fand den Reisenden in unserem Sonnensystem. Wir hatten den Mars, die Venus, den Mond und selbst den Merkur besiedelt, doch die Ankunft der Dunkelheit war unser Ende. Der alte Feind des Reisenden machte kurzen Prozess mit allem was wir, dank dem Reisenden, erschaffen hatten. Beinahe hätte es die gesamte Menschheit erwischt, doch der Reisende stemmte sich mit einem letzten Kraftakt dagegen und rettete wenigstens eine Stadt auf unserem Planeten. In dieser Leben wir heute, von hier aus verteilen sich die Wenigen, die das Licht des Reisenden in sich tragen um die Dunkelheit zurückzuschlagen, die Hüter…

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up Das hat uns gefallen:

Ein Spiel mit Potential

Destiny soll laut Activision MMO und Shooter zusammenbringen. Das ist zwar nicht ganz gelungen, aber im Ansatz schon einmal gar nicht so schlecht umgesetzt. Als Shooter jedenfalls macht Destiny eine sehr gute Figur. Eine brauchbare und nicht zu kurze Singleplayer Story, die aber auch Co-Op gespielt werden kann steht zur Verfügung. Immerhin macht es zusammen wesentlich mehr Spaß die Story zu zocken. Destiny bietet von sich aus beste Shooteraction, vielleicht mit einer noch etwas dünnen Auswahl an Waffen und Ausrüstungsgegenständen, aber trotzdem recht gut.

Interessant ist vor allem, dass wir jede der 3 Klassen mit jeder beliebigen Waffe ausstatten können. Klasseneinschränkungen gibt es keine, sodass wir nicht unbedingt immer auf Hilfe angewiesen sind. Solange die Server und die Internetverbindung halten ist das Onlinespiel die große Stärke von Destiny. Hier können wir klassische Multiplayermodi wie Team Deatchmatch oder Eroberung spielen oder uns in Rollenspielähnlichen Strike und Raid Leveln aufhalten. Destiny bleibt aber schwerpunktmäßig ein Shooter, mit Anleihen zu Halo. Dass der Titan als Klasse dem Masterchief aus Halo sehr ähnlich sieht, wird wahrscheinlich kein Zufall sein.

Destiny bietet auf jeden Fall Potential und hat viel Luft nach oben. Story und Multiplayer gehen teilweise nahtlos ineinander über und auch nach Erreichen der maximalen Stufe ist noch Luft nach oben.

Gutes Gameplay

Destiny ist ein Shooter MMO, hauptsächliche jedoch ein Shooter. Was wir natürlich für jeden FPS brauchen ist eine gute und einfache Steuerung. Diese bietet uns Destiny. Es gibt einige Grundfähigkeiten und die Möglichkeit weitere hinzuzuverdienen, allerdings ist das Ganze so gering gehalten das Destiny ohne das Auswendiglernen von Tastenkombinationen klar kommt. Das ist für den Spielfluss natürlich optimal.

Im Allgemeinen ist das gesamte Gameplay sehr gut gehalten. Alles lässt sich leicht bedienen und funktioniert auch in der Regel sehr gut. Wir haben selten Probleme und „verdrücken“ uns auch nicht beim Waffenwechsel. Destiny bietet sehr viel Potential zum looten und farmen. Hier werden Fans von solchen Sammelaktionen eine Menge Freude haben.

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Verschiedene Schauplätze

Wir beginnen im alten Russland auf der Erde und arbeiten uns von dort auf den Mond durch. Nach dem Mond geht es auf die Venus und den Mars. Damit sind einige Gebiete bereits abgedeckt und sorgen dafür das wir unterschiedliche Szenen geboten bekommen. Auf diesen verschiedenen Planeten gibt es zumeist auch unterschiedliche Gegner, auch wenn sich einige durchs ganze Spiel ziehen und überall gleich sind. Die Stimmung des Spieles ändert sich je nachdem auf welchem Planeten wir unterwegs sind. In den Kargen Steinsteppen des Mondes auf denen gar nichts wächst haben wir eine gute Übersicht während unsere Feinde auf der Venus sich hinter Pflanzen verstecken können. Auf dem Mars treffen wir dann wieder auf eine ganz andere Sorte von 3 Meter großen, schwer gepanzerten Feinden, die ein wenig an Schweineköpfe erinnern, sich aber perfekt in den weiten Sandwüsten angepasst haben.

Verschiedene Schauplätze aber eine Story die sich wie ein roter Faden durchs Spiel zieht. Interessant: Gegen Ende des Spieles bekommen wir die Chance, wenn wir ganz große Helden sind, die letzten 2 Missionen abzukürzen und direkt in den Endkampf einzusteigen.

Gute Grafik und Sound

Optisch sieht Destiny recht gut aus. Leider treffen wir zu selten auf die wirklich heftigen Lichteffekte, die sich durchaus sehen lassen können. Schade ist auch ein wenig, dass sich der Waffensound nicht groß verändert wenn wir andere Spieler so hören, aber Que Sera sei es drum. Die Optik entschädigt uns an vielen Stellen für einiges. Besonders die Weitblicke, die wir leider nur selten genießen können, haben ihren Reiz. Während wir am Anfang verschiedene Rüstungsteile und Waffen sammeln und teilweise wirklich lustig und bunt aussehen bekommen wir ab Level 20 die Möglichkeit unsere Rüstung einzufärben. Praktisch erklärt sich das dadurch, dass alles in Destiny, sprich Waffen, Rüstungen und so weiter, aus formbarer Materie ist. Wir können also mit dem richtigen Computerprogramm jederzeit unsere Rüstung umfärben. Ab diesem Moment sieht unsere Rüstung natürlich sehr gut aus.

Es sind aber nicht nur die allgemeinen Kleinigkeiten, die uns begeistern können, sondern auch das Design der Gegner, die teilweise wirklich bis ins kleinste Detail ausgearbeitet worden sind, machen einen sehr guten Eindruck. Leider gibt es viel zu wenige dunkle Stellen, denn teilweise die Horrorszenen in denen wir uns mit der Taschenlampe durch dunkle Gänge bewegen, haben uns sehr gut gefallen.

Theoretisch endlos erweiterbar

Destiny bietet derzeit nur begrenzte Schauplätze, auch Raids und Strikes laufen nur auf diesen Karten ab, lediglich für den kompetitiven Multiplayermodus gibt es andere Karten, die aber im gleichen Setting laufen. Als Schauplätze stehen: Erde, Mond, Mars und Venus zur Verfügung, allerdings ist Destiny ja theoretisch fast unendlich erweiterbar, wenn wir alleine an die Monde des Saturn denken, derer es ja immerhin 62 Stück gibt, beim Jupiter gäbe es auch noch 64 Stück. Auch die anderen Planeten in unserem eigenen Sonnensystem bieten noch Möglichkeiten, ebenfalls könnten wir auch Verbündete in anderen Galaxien suchen um der Dunkelheit zu entgehen. Theoretisch ist hier alles möglich.

Bei Level 20 ist Ende, so heißt es offiziell, danach könnt ihr euch aber mit neuen Rüstungen und Waffen weiter aufeveln, indem ihr eure Rüstung mit sogenannten Lichtpunkten bestückt. Das geht soweit wir bisher gesehen haben etwa bis Level 29. Kämen nun bedeutend mehr Inhalte hinzu könnte man die Lichtpunkte als Erfahrungspunkte umsetzen und hätte damit direkt ein neues Punktesystem für Spieler jenseits Level 30 und jenseits unseres eigenen Universums. Theoretisch ist da vieles machbar…

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down Das hat uns nicht gefallen:

Leere Versprechungen

Destiny wurde nicht nur von Activision und Bungie gehypet sondern auch von Medien und Testern. Alle haben größte Erwartungen an das Spiel gehabt und wurden sehr bitter enttäuscht. Unzureichende Rollenspielelemente, viel zu wenige Gebiete, Maximallevel viel zu schnell erreicht und so weiter.

Es ist wirklich interessant, wenn man verfolgt was alles angekündigt wurde. Auch uns klingt es noch in den Ohren:“Ein komplettes lebendiges Universum“ und später bekommen wir zu hören es gibt lediglich 4 Planeten auf denen wir uns bewegen können und jeder Planet enthält lediglich nur ein einziges Spielgebiet. Zusätzlich können nur 12 Spieler in einem Gebiet gleichzeitig online sein, soviel dann zu einem belebten, sich verändernden Universum.

Zusätzlich gab es hunderte kleine Versprechungen, die nicht erfüllt worden sind, oder die einfach zuviel gepusht worden sind. Es lässt sich mittlerweile schwer auseinander sortieren was wirklich von Bungie und Activision kam und was von den Medien interpretiert worden ist.

Bescheidene Story

Rette den Retter, ohne jeden Effekt. Die Story ist schwer schwach und kann eigentlich an keiner Stelle wirklich begeistern. Die schwache Geschichte nimmt nach einem, zugegeben recht heftigen Endkampf, ein jähes Ende. Der Retter der Menschheit ist gerettet, doch einen Effekt hat das weder auf das Spiel noch auf uns. Seltsame Geschichte. Spannung und/oder wichtige Wendungen gibt es in der Geschichte leider auch keine. Selbst die Story der letzten Call of Duty Teile war schon sehr schwach, die konnte aber wenigstens durch ihre Inszenierung begeistern, bei Destiny klappt auch das leider nicht. Wir wissen eigentlich sofort was zu tun ist und erleben auch keinerlei Rätsel oder dergleichen. Klassische Bring und Hol Missionen gibt es nicht, Farm-Missionen gehören nicht zum Repertoire der Story und auch NPC´s treffen wir eigentlich gar keine, bis auf eine Fremde, die aber auch nur mehr Fragen aufwirft als zu beantworten.

Leider bleibt sehr vieles in Destiny komplett offen, unerklärbar und einfach nicht logisch. Das bedrückt uns schon ein wenig, wenn Entwickler Bungie sagt: „Destiny ist das Spiel das wir immer machen wollten!“. Da Fragen wir uns nur warum man das beim Entwickler nicht besser machen wollte.

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Unharmonisches Spiel

Destiny ist kein schlechtes Spiel, das ist überhaupt keine Frage, doch wirklich harmonisch ist das Spiel nicht geworden. Die Story die mehr Fragen aufwirft als beantwortet ist der größte Knackpunkt: Wer ist die Fremde auf die wir treffen? Ist der Reisende wirklich gerettet? Was passiert nach dem Ende der Story? Was ist mit dem Saturn? Merkur? Jupiter? Neptun? Uranus und so weiter?

Da könnt ihr euch noch einige andere zusammenschustern, es gibt unheimlich viel das offen bleibt, zum Beispiel warum unsere Gegner Fahrzeuge einsetzen können die schießen können und wir nur im Multiplayer und einer einzigen Storymission, ansonsten aber gar nicht. Insgesamt laufen Storymissionen auch grundsätzlich immer gleich ab: reinlaufen und alles töten was kreucht und fleucht, wir müssen nichtmal Schlüssel suchen oder sowas.

Zusätzlich ist das Loot-System komplett für den Eimer. Wir erledigen auf Level 24 eine Mission und bekommen einen sehr seltenen und guten Gegenstand. Allerdings für die falsche Klasse!? Dann erledigen wir eine Strike Mission mit 3 Spielern die so schwer ist das wir eigentlich erwarten würden ordentlich belohnt zu werden, was bekommen wir (Level 22 zu diesem Zeitpunkt), einen Helm für Spieler ab Level 6 und eine Körperrüstung für Level 14. Was sollen wir damit? Ebenfalls bringt uns das Demontieren von Waffen und Rüstungen, die wir nicht mehr brauchen Geld und Ressourcen allerdings bringen seltsamerweise selbst Legendäre Ausrüstungsgegenstände so gut wie kein Geld, schon gar nicht mehr als ein komplett gewöhnlicher Gegenstand.

Ebenfalls teilen wir uns das Geld (Glimmer) das wir verdienen mit allen Charakteren mit denen wir spielen, können denen aber keine Ausrüstungsgegenstände oder ähnliches zukommen lassen. Auch etwas schwer seltsam, oder? Diese Liste könnten wir jetzt noch stundenlang fortführen, wollen wir aber garnicht…

Fazit & Bewertung zu Destiny

Destiny ist ein guter Sci-Fi Shooter geworden. Das Rollenspielsystem das Bungie integrieren wollte ist wohl größtenteils den Shooterelementen gewichen. Destiny hat sehr viele Schwächen und offenbart auch eine schwache Story mit mehr offenen Punkten als geklärten Fragen. Das macht natürlich Lust auf mehr, ist Destiny doch beliebig erweiterbar. Allerdings ist es schon etwas frustrierend, dass wir entsprechende Antworten mit dem Kauf der Vollversion nicht bekommen. Irgendwie macht Destiny den Eindruck als wäre man immer noch nicht mit dem Spiel fertig geworden, da man allerdings schon eine halbe Milliarde ins Spiel investiert hat musste es langsam mal auf den Markt, den Rest kann man dann ja in DLC´s packen. Bisher waren alle DLC´s und Updates noch kostenlos, allerdings kommt da noch wesentlich mehr auf uns zu, sicherlich auch eine Menge Festplattenplatz.

Trotz all der bösen kleinen Kritik ist Destiny immer noch ein sehr gutes Spiel geworden, wenn man die ganzen hohlen Phrasen mal beiseite lässt, die bisher ausgesprochen worden sind. Schade eigentlich wir hätten wesentlich mehr von Destiny erwartet. Allerdings müssen wir sagen, dass Destiny eines der Spiele ist, die wir bisher am längsten gespielt haben. Für Destiny mussten einige andere Spiele erstmal zurückstecken. Das zeigt das Destiny nicht schlecht sein kann. Wir haben im Moment auch immer noch eine Menge Spaß damit und werden uns auch sicherlich die DLCs anschauen.

Also wir hätten den Kauf von Destiny nicht bereut, auch wenn wir uns mehr versprochen haben. Leider müssen diese leeren Versprechungen in die Wertung mit einfließen, es fehlt uns einfach zu viel, es gibt so unheimlich viele Details die wir gerne im Spiel gesehen hätten.

Bewertungen
Einzelspieler:
8,0
Gameplay:
9,0
Grafik:
9,0
Sound:
8,0
Multiplayer:
8,5
Gesamtwertung: 8,5
+
- Spiel mit Potential
- gutes Gameplay
- verschieden Schauplätze
- theoretisch unendlich erweiterbar
-
- leere Versprechungen
- Bescheidene Story
- unharmonisches Spiel
Destiny
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09.09.2014
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USK-Einstufung:
USK-Einstufung

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