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PlayStation 4

Release:
29.11.2013
Genre:
Publisher:

PS4 Test: Murdered Soul Suspect – Mörderisches Geisterspiel

17.07.2014

Murdered Soul Suspect Banner

Pünktlich zur E3 erschien aus dem Hause Square Enix das Geisterabenteuer Murdered Souls Suspect. Mit einem Game Over enden die meisten Spiele eigentlich erst, bei Square Enix beginnen sie erst mit dem Tod der Hauptfigur. Richtig, denn ihr seid also gerade erschossen worden und jetzt auf der Suche nach eurem Mörder! Kann funktionieren, muss es aber nicht. In sämtlichen Präsentationen und Videos vorab machte Murdered Soul Suspect auf jeden Fall schon einmal einen guten Eindruck. Ob sich dieser Eindruck allerdings durch den Rest des Spieles halten kann, haben wir für euch getestet.

Ihr seid Ronan´o´Connor ein polizeilicher Ermittler, der für das Salem Police Department die Drecksarbeit übernimmt. Mit seiner kriminellen Vergangenheit ist es kein allzu großes Wunder, dass er ohne Probleme in der Lage ist die Spur eines Killers aufzunehmen, der in Salem sein Unwesen treibt. Der berüchtigte Glockenmörder hält die Stadt seit Wochen in Atem und mordet scheinbar wahllos. Als Ronan ihn stellen will, fällt er ihm allerdings selbst zum Opfer. Nun ist Ronan tot aber als Geist kann er nicht ins Jenseits übertreten, da auf seiner Seele immer noch dieser Fall lastet. Der Glockenmörder hält seine Seele in einer Zwischenwelt fest, erst wenn Ronan den Fall aufgeklärt hat kann er in Frieden ruhen. Nun liegt es an euch diesen Fall aufzuklären, was sich allerdings als Geist nicht als sonderlich leicht erweist, immerhin könnt ihr nicht einmal ein Blatt Papier umdrehen, ihr existiert ja eigentlich nicht mehr.

Murdered  Soul Suspect 02

up Das hat uns gefallen:

Interessantes Setting

Das verschlafene kleine Städtchen Salem, bekannt aus vielen Erzählungen, ist eigentlich nicht „The Place to be“ aber wenn es einen nach Salem verschlägt, dann ist das meistens auch die richtige Wahl. Ronan O´Connor ist ein Cop geworden, nachdem er in seiner Jugend oft genug Mist gebaut hat und auf genau der anderen Seite des Gesetzes gestanden hat. Nach seinem Tod lässt ihn diese Welt allerdings nicht mehr los. Ohne die Chance die ewige Ruhe zu finden, bleibt Ronan in Form eines Geistes keine andere Wahl als seinen letzten Fall doch noch aufzuklären.

In dieser Nacht habt ihr es in der Hand und müsst alle Hinweise finden, Zeugen befragen und dafür sorgen, dass der Killer letztlich gefasst und bestraft wird! Außerdem haben wir schon lange keine vernünftige Geistergeschichte mehr erleben dürfen also warum eigentlich nicht. Die gesamte Atmosphäre und das eigentliche Setting sind super gelungen.

Einfacher Einstieg

Ja sicher… mit eurem Tod endet das Spiel für gewöhnlich, aber hier beginnt das Spiel eigentlich erst. Das ist natürlich eine interessante Wendung im Genre der Abenteuerspiele. Natürlich nicht wirklich, trotzdem macht Murdered Soul Suspect euch erst einmal mit dem eigentlichen Spielprinzip bekannt und erklärt euch was ihr könnt, was ihr dürft und was nicht. Zur Seite steht euch im ersten Moment ein kleines Geistermädchen, das offenbar auch noch ein paar unerledigte Dinge hat. So findet ihr euch sehr schnell zurecht. Glücklicherweise trefft ihr auch recht schnell auf die Chance eure Geisterfähigkeiten unter Beweis zu stellen und erste Beweise zu sammeln, indem ihr diese nutzt.

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Interessante Geisterfähigkeiten

Als Geist habt ihr die Chance euch recht frei zu bewegen und zu tun und zu lassen was ihr wollt. Dazu gehört es auch Echos lang vergangener Dinge zu sehen und untersuchen zu können. Natürlich kann ein Geist auch durch Wände und Gegenstände hindurch gehen, solange es keine Häuser sind. Als Geist könnt ihr nur Häuser betreten die entweder offen stehen oder nicht geweiht sind, aber in Salem, man kennt die Stadt aus vielen Hexengeschichten und auch von Stephen King, ist eigentlich jedes Haus geweiht. Ihr braucht also immer ein offenes Fenster um rein oder raus zu kommen, oder jemanden der euch die Türe öffnet. Bei eurer alten Arbeitsstelle dem Polizeirevier ist das jetzt nicht so unheimlich schwer aber die meisten Gebäude könnt ihr nicht so einfach betreten. Erst wenn ihr drin seid stehen euch alle Türen, bzw. Wände offen um euch zu bewegen.

Zusätzlich könnt ihr zum Beispiel von Menschen oder Tieren Besitz ergreifen um sie zu beeinflussen, ihr könnt euch teleportieren und habt natürlich auch Feinde, die ihr in die ewigen Jagdgründe schicken könnt. Alles in allem sind eure Fähigkeiten umfangreich.

Mitreißende Story

Die Geschichte um den Glockenmörder ist verworren und interessant. Das Schicksal der Menschen, die darin verwickelt sind nimmt einen mit und bildet eine komplexe interessante Geschichte. Die Entwicklung und wie alle Charaktere in die Geschichte verwoben sind, ist wirklich interessant. Die Geschichte ist aber auch der Fokuspunkt der bei der Entwicklung gelegt worden ist. Die Geschichte ist sehr gut geworden und Square Enix hat sich sichtlich Mühe gegeben und das wurde auch belohnt.

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down Das hat uns nicht gefallen:

Eintöniges Spielprinzip

Murdered Soul Suspect lässt uns in eine Geisterwelt abtauchen und erzählt eine interessante Geschichte. Allerdings entwickelt sich das ständige stupide Räumeabsuchen und Menschen in Beschlag nehmen als langweilig. Ihr macht eigentlich immer das gleiche und sucht kleine Schnipsel, die euch weiterbringen können. Es ist nicht immer logisch nach was ihr suchen müsst und so gestalten sich einige Suchen nach Hinweisen wirklich abartig langweilig und stressig. Immer wieder suchen wir nach Hinweisschnipseln, die sich einfach nicht finden lassen. Zusätzlich entwickelt sich das Spiel als ödes Wimmelbildspiel in 3D.

Grafikprobleme InGame

So toll die Optik von Murdered Soul Suspect auch aussehen mag so schlecht sind doch einige Dinge umgesetzt. Immer wieder treffen wir auf zitternde Objekte. Auf Hinweislichter die nicht verschwinden obwohl wir den Hinweis bereits aufgesammelt haben. Dann gibt es sinnlose Hinweislichter die immer wieder aufleuchten aber keinen Hinweis markieren sondern einfach nur so wie Irrlichter in der Gegend herumschwirren. Zusätzlich treffen wir mehrfach auf stark ruckelnde Zwischensequenzen und zitternde Gebäude. Eigentlich sollte man denken mit der Playstation 4 lässt sich ein besseres Spiel aufsetzen. Solche Probleme haben wir zuletzt im Ansatz bei Spiderman 2 erlebt.

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Fehlende Gegnervielfalt

Sicher, die Dämonen die euch und andere Seelen jagen sehen schon gruselig aus, aber es gibt nur diese eine einzige Gegnerklasse, die zudem dumm wie Brot ist. Gegnervielfalt existiert einfach nicht, es gibt nur diese Dämonen als eure Gegenspieler, mehr existieren nicht. Die K.I. ist zudem grottig, denn selbst wenn euch die Dämonen eigentlich hören müssen oder sehen sollten passiert es immer wieder, dass sie euch nicht erblicken können. In anderen Situationen fallt ihr sofort auf und habt sofort 2 oder 3 Dämonen am Hals, obwohl die euch eigentlich gar nicht hätten sehen können.

Story verliert schnell an Sinn

Der Glockenmörder ist ein Monster aber etwa ab der Hälfte der Geschichte liegt der Rest bereits auf der Hand. Es gibt also keinen Grund hier irgendwas zu Spoilern, bereits nach 2-3 Stunden im Spiel dürftet ihr nahezu alles Wissen was notwendig ist um das Spiel aufzulösen. Trotz allem müsst ihr als Geisterdetektiv weitermachen, selbst wenn sich alles logisch erschließt.

Extrem kurze Spielzeit

Zusammen zu all den kleinen Unzulänglichkeiten, die alle mehr oder minder schwer wiegen mögen kommt ein Punkt der uns den Rest gegeben hat. Während wir recht schnell gemerkt haben, dass wir mit Murdered Soul Suspect nun recht zügig durch waren, haben wir natürlich auch mal auf die Uhr geschaut. Also wenn ihr kein Platinjäger seid reicht es sich das Spiel in der Videothek auszuleihen und nach dem durchspielen zurückzubringen. Wenn ihr nach der Arbeit um 16 Uhr gleich bei der Videothek seid und die bis 22 Uhr geöffnet ist könnt ihr das Spiel noch am gleichen Tag wieder zurückbringen! Mit etwa 4-6 Stunden Spielzeit, je nachdem wieviele Nebenmissionen ihr erledigen wollt ist die Spielzeit irgendwo zwischen arm und grausig.

Fazit & Bewertung zu PlayStation 4

Von Murdered Soul Suspect haben wir uns eine Menge versprochen. Optisch macht das Spiel eine Menge her und wir haben schon lange kein anständiges Geistersetting mehr erleben dürfen. Während Square Enix ja für große Storys und tolle Spiele bekannt ist hat man bei Murdered Soul Suspect eigentlich ins Klo gegriffen. Die Geschichte erklärt sich viel zu schnell von ganz alleine und wir wissen bereits ab der Hälfte des Spieles wie der ganze Kram ausgehen wird. Dazu ist es leider viel zu offensichtlich gemacht. Wir wollen euch hier nicht den letzten Funken Spaß am Spiel nehmen, also Spoilern wir nicht, aber jeder nicht gerade zwischen 14 und 16 Jahren alt ist sollte die Geschichte schneller raus haben als sie erklärt wird.

Zu den ganzen technischen Schwierigkeiten gesellt sich eine Spielzeit von gerade einmal 4-6 Stunden, Platin sollte innerhalb von 10-12 Stunden ebenfalls locker drin sein, ein doppeltes durchspielen wird wohl nötig sein wenn man alle Geheimnisse erfahren will. Insgesamt ist Murdered Soul Suspect mehr Schein als sein, denn es stellt sich schnell heraus, dass fehlende Gegnervielfalt und vor allem die Tatsache, dass das Spielprinzip total ätzend langweilig ist dem Spiel gewaltig schaden können.

Abschließend kann man Murdered Soul Suspect leider nur mit einer sehr mittelmäßigen Wertung bedenken. Wir hatten uns deutlich mehr erwartet und gehofft, dass uns das Spiel mehr als nur überzeugen kann aber leider Pustekuchen. Wir haben selten ein so vielversprechendes Spiel so schlecht erlebt.

Bewertungen
Einzelspieler:
7,5
Gameplay:
6,0
Grafik:
8,0
Sound:
6,5
Multiplayer:
-
Gesamtwertung: 7,0
+
- Interessantes Setting
- Einfacher Einstieg
- Interessante Geisterfähigkeiten
- mitreißende Story
-
- Eintöniges Spielprinzip
- Grafikprobleme InGame
- Fehlende Gegnervielfalt
- Story verliert schnell an Sinn
- Extrem kurze Spielzeit
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Release:
29.11.2013
Genre:
USK-Einstufung:
USK-Einstufung

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