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War Thunder

Release:
29.11.2013
Genre:
Publisher:

PS4 TEST: War Thunder – Geschichte in der nächsten Generation

29.01.2014

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War Thunder ist eines der ersten drei MMOG´s, die seit dem Launch der PS4 verfügbar sind. Dass ein Kriegsspiel mit dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs funktionieren kann, wissen wir schon lange. Dass man aus einem Krieg auch prima ein Online-Spiel machen kann, jedoch noch viel länger. War Thunder ist zum Glück bereits ziemlich lange auf dem PC „eingefahren“ und ermöglicht es Entwickler Gaijin Entertainment somit auf Erfahrung zurückzugreifen, die man seitens anderer großer Titel oft vermisst. Startschwierigkeiten gab es, zumindest keine nennenswerten, die uns bekannt wären. Ob das WW-II MMOG auf der Playstation 4 auch funktionieren kann, klärt unser großer War Thunder Test.

War Thunder hat keine nennenswerte Story sondern fügt sich eigentlich in das gesamte Kampfgeschehen des zweiten Weltkriegs ein. Hier gibt es keine „echten“-Missionen oder Missionen mit historischem Hintergrund, hier steht die Multiplayererfahrung im Vordergrund. Im Laufe des Spiels trefft ihr auf die verschiedensten Nationen, die in diesem Krieg unterwegs gewesen sind, große Story-technische Highlights bleiben aber aus. Eure Mission ist eigentlich, wie immer in einem Krieg, die gleiche: Feinde aufhalten und Angriff durchführen. Da War Thunder ein MMOG ist, spielen wir natürlich nicht gegen irgendeine dümmliche K.I. sondern echte Gegner. Die müssen zwar nicht weltbewegend mehr Spieltiefe bringen, bieten uns aber zumindest anständig die Stirn.

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up Das hat uns gefallen:

Sehenswerte Umgebung

Die gesamte Optik von War Thunder ist wirklich durchdacht und gut gestaltet. Wir finden keinerlei flache Bäume und billig verschleierte Texturen sondern durchaus eine anständig aufgebaute Umgebung mit echten Details und gut modellierten Umgebungsdetails. Wir dürfen in War Thunder eine Mege verschiedener Details erleben. Die Schlachten in den Bergen gehören aber genauso zu den Highlights wie das offene Meer. Von den verschneiten Gipfeln hinunter ins Tal zu fliegen, nur um dabei einen feindlichen Konvoi im Visier zu halten und letztlich natürlich auch zu zerstören. Zwar gibt es auf jeder Karte eine ganze Menge Details aber die großen Highlights bleiben leider aus. Dafür sind die wenigen Highlights perfekt gestaltet. So verstecken sich auch Panzerwagen gerne zwischen den Bäumen und verschwinden für euch Flugzeugpiloten natürlich deutlich mehr als auf dem offenen Feld. So perfide es vielleicht auch klingen mag, am allerbesten sehen eure Abstürze aus. Hier gibt es immer wieder die Möglichkeit teilweise spektakuläre Explosionen und Abstürze zu bestaunen.

Ansprechendes Spielprinzip

War Thunder ist ein Free-to-Play mit dem zweiten Weltkrieg als Hintergrund. Das eignet sich natürlich besonders für ein MMOG, da der zweite Weltkrieg bekanntlicherweise ja eigentlich eine totale Materialschlacht war und wir immer wieder Grund genug hatten einen Respawn zu starten. Im Verlauf eines jeden Gefechts sammelt ihr Punkte, die ihr anschließend in die Entwicklung neuer Flugzeuge und Waffen stecken könnt. Das ganze ist so ausgeprägt, dass ihr sehr lange sammeln müsst, bis ihr wirklich alles zusammen haben könnt. Natürlich sammelt ihr auch immer wieder Erfahrungspunkte, die sich in eurem Level, den erforschbaren Gegenständen und Flugzeugen, und selbstverständlich auch neuen Nationen niederschlagen, die ihr mit der Zeit freischalten könnt. Klassisch wie das in den meisten Free-To-Play Spielen ist, müsst ihr eine Menge Zeit investieren, um euch hochzuleveln oder ihr zahlt für euren schnelleren Fortschritt mit barer Münze.

90% der uns bekannten Flugsimulatoren hatten vor allem ein Problem, eine viel zu einfache K.I. Gerade im Bereich der Flugsimulationen ist es schwer eine anständige K.I. zu entwickeln, die noch besiegbar bleibt. Durch die freie Bewegung in 3D gibt es keinerlei Levelbegrenzungen und keinerlei Hindernisse für eine K.I., programmiert man also eine aufwendige, möglichst realistische K.I. wird man nur schlecht realistische Fehler einbauen können, die es dem Spieler ermöglicht gewinnen zu können. Das ist hier allerdings nicht der Fall. War Thunder ist ja ein MMOG, in dem ihr nicht gegen K.I. sondern gegen echte Gegner fliegt. Das schafft natürlich eine Spieltiefe wie wir sie für einen Flugsimulator auf der Konsole nie erlebt haben. Kein anderes Genre eignet sich besser für ein MMOG als ein WWII Flugsimulator.

Viele Flugzeuge

Die Entwicklung, die ihr mit jedem Gefecht vorantreiben könnt, beschert euch eine große, nahezu unzählige Auswahl an verschiedenen Flugzeugen, die ihr entwickeln und natürlich später im Kampf auch nutzen könnt. Insgesamt stehen derzeit 186 Flugzeugmodelle vom Klassiker aus 1927 bis hin zur moderne (1952) zur Verfügung. Weitere Flugzeuge und sogar Bodeneinheiten sind derzeit in der Entwicklung und werden uns natürlich auch auf der Konsole irgendwann begeistern können. Der Umfang garantiert einen lang anhaltenden Spielspaß und viel Abwechslung, zumindest mit den Flugzeugen.

Ausführlicher Tech-Baum

Die Entwicklung ist das Herzstück von War Thunder. Die gesammelten Punkte könnt ihr direkt nach dem Kampf in eure Entwicklung investieren. Dabei gibt es allerdings nicht nur Flugzeuge, die ihr entwickeln könnt. Es ist mindestens genauso wichtig eure Waffen und Munition zu entwickeln, wie es wichtig sein wird eure Crew und eure Piloten auszubilden und zu stärken, damit sie nicht beim kleinsten Einschlag von Feindmunition schon ohnmächtig werden und abstürzen.

Das umfangreiche Entwicklungssystem benötigt aber leider in der Regel einige Runden Zeit bis etwas entwickelt worden ist. Hier geht es leider nicht nach der „echten“-Zeit, wie es in vielen Spielen üblich ist, sondern nach einer virtuellen Zeit, die nur dann weiter läuft, wenn ihr auch spielt. Anderenfalls stagniert eure Entwicklung und es passiert nichts. Natürlich werdet ihr es nie schaffen alles, aber wirklich restlos alles zu entwickeln, dazu dürften sowohl Zeit als auch Ressourcen fehlen. Darum ist es wichtig euch ein bisschen auf das zu konzentrieren was ihr wirklich braucht. Eine gute Strategie ist hier wichtig, aber das müsst ihr für euch selbst herausfinden.

Stabiles Spiel

War Thunder ist komplett stabil und läuft ohne Probleme. Das Gaijin Entertainment hier einiges an Erfahrung mitbringt ist klar, aber lange keine so jahrelange Erfahrung wie die ganz großen Konkurrenten. War Thunder läuft einwandfrei und konnte uns auch auf längere Sicht hin durchaus überzeugen. Eine stabile Internetverbindung ist natürlich die Voraussetzung für ein gutes Spielerlebnis, dennoch benötigt ihr keine riesige Leitungskapazität.

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down Das hat uns nicht gefallen:

Sehr langsame Entwicklung

Natürlich will Gaijin Entertainment mit War Thunder Geld verdienen, auch mit der PS4-Fassung, allerdings sind die gewählten Einschränkungen schon enorm und halten die Spieler sehr lange von einer Entwicklung fern. In der Regel gibt es zu Anfang keinerlei Einschränkungen um die Spiele auch anständig spielen zu können, bevor man erst später im Spiel Premium Accounts und dergleichen kaufen muss. Bei War Thunder könnte man eigentlich ab dem ersten Moment einen Premium Account gebrauchen, die gesamte Entwicklung neuer Flugzeuge und Waffen dauert so gähnend lange, dass es kaum Spaß macht das Spiel ohne einen Premium Account zu spielen. Schade, dass man förmlich gleich von Beginn an gezwungen ist Geld zu investieren oder sehr lange zu spielen ohne wirklich viele Punkte machen zu können.

Spielprinzip & Missionen eintönig

So toll und einfach es natürlich wäre ein tolles WWII Online Game zu gestalten so langweilig sind leider auch die Missionen. Irgendwie wollte sich in der Zeit unseres Tests keinerlei Abwechslung einstellen. Das Szenario hat sich ab und an mal geändert aber einen wirklich neuen Modus, neue Missionen und dergleichen konnten wir leider nicht feststellen. Immer wieder bekommen wir die Aufgabe in Dogfights unsere Gegner und nebenbei die Feindfahrzeuge und Basen auszuschalten. Wirklich viele verschiedene Missionen gibt es nicht, eine einzige Variante war ein Angriff auf Schiffe, den wir fliegen durften. Reine Bombermissionen, Schutzaufträge, Zielbombardierungen und dergleichen konnten wir bisher nicht feststellen. Schade, wir hatten mehr erwartet, so wie bisher ist aber jede Mission genauso wie die andere.

Schwer für Einsteiger

Gerade als Einsteiger ist es natürlich recht schwer zurecht zu kommen. Nur wenige Spiele konnten bisher dafür Sorge tragen, dass auch Neulinge gut ins Spiel kommen. Hier ist Call of Duty Ghosts mit seinem Trupps-Modus das Einzige, das dieses Problem bisher lösen konnte. Leider kann War Thunder da aber nicht mithalten und zeigt sich für Einsteiger als anspruchsvolles Spiel. Da eure Flugzeuge stark begrenzt sind und eure Piloten nicht viel aushalten, ist die Ausfallquote sehr hoch. Es ist natürlich recht schwer sich EP zu verdienen, wenn man andauernd abgeschossen wird und nicht mehr viel dagegen tun kann. Natürlich bekommt ihr so auch nur sehr wenige Entwicklungspunkte, die ihr aber eigentlich dringend benötigen würdet um weiter zu kommen.

Das impliziert jetzt natürlich, dass man direkt mit einem guten Budget antreten sollte um Punkte und In-Game Währung zu kaufen. Das haben wir uns aber natürlich gespart, wenn ein Spiel Free-To-Play ist sollte es nicht unbedingt gleich von vornherein Geld kosten, das macht das Spielprinzip irgendwie kaputt. Als Einsteiger muss man fast sofort Geld investieren um nicht permanent abgeschossen zu werden und auch einmal länger als 3 Minuten im Infight auszuhalten.

Fehlender Hintergrund

Geschichtlich gibt es natürlich den zweiten Weltkrieg, daran besteht eigentlich keinerlei Zweifel. Soweit ist das Spiel dann auch korrekt, selbst die Flugzeugmodelle sind absolut bis in jedes Detail durchgestyled. Leider sind weder Missionen noch Schauplätze wirklich originalgetreu. Es gibt keine Storyline, die euch durch das Spiel leiten würde genauso wie korrekte Fakten, Daten geschweigedenn eine halbwegs realistische Topografie. Aufgrund des fehlenden Hintergrundes ist es natürlich ein bisschen schwer die Schlachten wirklich mitzufühlen. Es sind einfach irgendwelche Luftschlachten auf fiktiven Karten. Das hätte man natürlich deutlich besser machen können und zumindest einen geschichtlichen Hintergrund einbinden können, der halbwegs realistisch rüber kommt. So wie es bis jetzt aussieht erleidet das Spiel einen üblen Absturz in der Langzeitmotivation.

Fazit & Bewertung zu War Thunder

War Thunder ist ein klassisches MMOG mit dem Schwerpunkt eines klassischen Dogfights. Als Hintergrund nutzt Gaijin Entertainment den zweiten Weltkrieg und bietet uns immerhin 186 verschiedene Flugmodelle, die sich auch allesamt anders fliegen. Mit dabei sind sehr viele bekannte und weniger bekannte Flugzeuge. Das Spielprinzip ist eigentlich recht einfach zu verstehen. Schießen und ausweichen. Auf Dauer kann das leider nicht wirklich motivieren, Da man auch sofort Geld investieren muss, um gegen die anderen Spieler zu bestehen. War Thunder sieht toll aus, bringt aber leider viel Augenwischerei mit sich. Ein wirklich tolles Spiel sieht leider etwas anders aus. Besonders die Tatsache, dass man keine Chance mehr hat sobald sich ein Gegenspieler auf einen eingeschossen hat. War Thunder konnte uns nicht vollends überzeugen.

Bewertungen
Einzelspieler:
-
Gameplay:
6,5
Grafik:
8,5
Sound:
7,5
Multiplayer:
6,0
Gesamtwertung: 7,1
+
- Sehenswerte Umgebung
- ansprechendes Spielprinzip
- viele Flugzeuge
- ausführlicher Tech-Baum
- stabiles Spiel
-
- sehr langsame Entwicklung
- Spielprinzip eintönig
- schwer für Einsteiger
- eintönige Missionen
- fehlender Hintergrund
War Thunder
Amazon
Release:
29.11.2013
USK-Einstufung:
USK-Einstufung

| Chris

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